|
Im Protokollbuch des Kath.
Burschenvereins Schöffelding werden die besonderen Ereignisse und Aktivitäten
des Vereins seit seiner Gründung am 13. Februar 1910 wiedergegeben.
Die Gründung des damals 64.
Burschenvereins in der Diözese ging seinerseits von Hochwürden Herrn Pfarrer
Paulus Sauter, Subprior in St. Ottilien, aus. Vor der fast vollzählig
erschienenen Bürgerschaft legte er im Gasthaussaal zu Schöffelding "die
Zielsetzungen der Burschenvereinigungen" dar. Nach Ihm kam Herr Redakteur
Neumayer aus Landsberg zu Wort, der die Burschenvereine mit Gesellenvereinen
verglich. Dabei hob er die Bedeutung derartiger Vereine für den jungen Menschen
hervor, um ihn "vor sittlicher
Verkommenheit und Glaubenslosigkeit zu schützen". Die eindringlichen Worte
haben wohl überzeugt, denn es traten daraufhin 19 Burschen als aktive
Mitglieder und 15 Männer als Ehrenmitglieder bei.
Pfarrer Ulrich Aumiller wurde
zum Präses gewählt, Georg Widmann, Bauernsohn, zum Ordner, während Urban
Seemüller nach der Wahl die Geschäfte als Kassierer übernehmen durfte.
Ganz besonders begeistert waren
die Burschen des Ortes vom Theaterspiel und vom gemeinschaftlichen Singen.
Von den Theatererfolgen
beflügelt, schmiedete man weitere Pläne und wollte schließlich eine
Vereinsfahne beschaffen. Die Kosten für die Fahne beliefen sich auf 450,- Mark.
Auf einer Seite stellt die Fahne das Bild des hl. Georg dar, auf der anderen
ist sie mit einer Denkschrift versehen. Sie wurde am 28. Mai 1911 feierlich
geweiht.
Nach den Kriegswirren dauerte
es ein paar Jahre, bis man wieder die Aktivitäten, wie sie in der Vorkriegszeit
gang und gäbe waren, aufnehmen konnte, wie beispielsweise das beliebte
weihnachtliche Theaterspiel. Ab 1930
trat bei dem rührigen Verein eine längere Pause ein. Erst 5 Jahre nach dem Ende
des 2. Weltkrieges fanden sich wieder zahlreiche Schöffeldinger Burschen, die
sich zu einem Verein zusammenschlossen und die alten Traditionen aufleben
ließen.
Schon im Jan. 1951 fand der
erste Burschenball nach dem Kriege
statt. Am 28. Mai 1961 (Pfingstfest) wurde die völlig restaurierte Fahne
geweiht. Trotz strömenden Regens erschienen neben dem Patenverein Unterigling
eine Anzahl von Burschenvereinen.
|
|
Wegen der schlichten Witterung musste die kirchliche
Feier, von Pfarrer Schmid gestaltet, in der Dorfkirche vorgenommen werden. Die
weltliche Feier fand im Saale des Gasthauses Stiller statt. Die Instandsetzung
der Fahne kostete 980,- DM.
Es wurden einheitliche
Lederhosen beschafft, das traditionelle Osterfeuer, das Maibaumaufstellen oder
der Burschenball, all diese Aktivitäten sind die Säulen eines Vereins.
Bei einer Mitgliederversammlung
am 27.11.1984 wurde die Satzung beschlossen. Der kath. Burschenverein e. V.
wurde am 14.4.1986 unter VR 303 ins Vereinsregister eingetragen.
Ein Doppeljubiläum feierte
Schöffelding 1985. Die Anlässe: 75 Jahre kath. Burschenverein und 100 Jahre
Soldaten- und Kriegerverein. Das Fest stand unter der Schirmherrschaft von
Prinz Luitpold von Bayern und dauerte vom 21.6.85 - 24.6.85. Am Festzug nahmen
92 Vereine und Gruppen, 6 Festwagen und 8 Musikkapellen teil. Die
Instandsetzung der Vereinsfahne und die Lieferung der Fahnenbänder und Schärpen
übernahm eine Münchner Fahnenstickerei für den Preis von 3432,- DM. Höhepunkt des
Festes war der Umzug am Sonntag. Bei strahlendem Sonnenschein lockte das Fest
eine solche Anzahl von Besuchern an, wie sie Schöffelding lange nicht gesehen
hatte.
Um auch sie sportliche Variante
des Vereins zu fördern, beschaffte man für 2090,90 DM 14 Langarm- und 14
Kurzarm-Fußballtrikots.
Der Verein bestand aus 45
aktiven und 69 passiven Mitgliedern
Für die Theaterbühne wurden am
15.12.1987 neue Bühnenvorhänge für 670,- DM beschafft.
Wie schon in den Gründerjahren,
so waren und sind die Burschen und Mädchen des Ortes vom Theaterspiel
begeistert. Die Theatergruppe des Vereins ist weit über die Grenzen des
Landkreises hinaus bekannt und beliebt. So wurden, um nur einige Theaterstücke
zu nennen, in den Jahren 1967 bis 1970, unter Vorstand Johann Kaiser, drei
Stücke aufgeführt. Das Originellste war wohl "Der Hausdrachen".
|
|
Ab 1978
übernahm Johann Deininger die Führung der Laienspielgruppe Schöffelding. In
dieser Zeit fanden jedes Jahr, zwischen Weihnachten und Heiligdreikönig,
Theateraufführungen statt.
Von den 15 Aufführungen möchte
ich nur einige herausgreifen: "Die heiße Liebeserklärung" wurde 1981/82
aufgeführt. Sogar das ZDF berichtete über die Theatergruppe. Sie spielte im
Januar 1982 für die Hilfsorganisation "Aktion Sorgenkind" 1550,- DM ein.
1983/84 kam "Die pfiffige
Urschl" zur Aufführung, es war ein gewaltiger Erfolg, so dass es im April noch
dreimal wiederholt wurde. "Alois, wo warst du heute Nacht?" war das Stück, das
die Laienspielgruppe 1987/88 inszenierte. Vom Erlös wurde ein Betrag von 2200,- DM an die Elterninitiative
krebskranker Kinder Augsburg e.V. übergeben. Schließlich wäre noch die
Aufführung 1992/93 zu erwähnen. Das Stück "Der Hochzeiter meiner Frau" brachte
der Schöffeldinger Theatergruppe neue Freunde und Gönner.
Der kath. Burschenverein
feierte am 8. und 9. September 1990 sein 80 jähriges Bestehen. Schon eine Woche
vorher liefen die Vorbereitungen auf das Fest auf vollen Touren. Bei dem sich
gerade im Rohbau befindlichen Feuerwehrhaus wurde noch schnell das Dach
eingedeckt, denn darin waren die Bar, der Bierausschank, der Grillofen, die
Kasse und der Spülraum untergebracht. Ein Zelt für ca. 420 Personen wurde
aufgebaut, das Tanz- und Musikpodium verlegt. Mehrere Gasöfen sorgten für eine
wohlige Wärme in den Zelten. Das Fest begann am Samstag, dem 8. September 1990,
14.00 Uhr am Sportplatz mit einem Fußballspiel des hiesigen Burschenvereins mit
dem Burschenverein Finning, das Match endete 4 : 2 für Schöffelding. Abends am
20.00 Uhr war Tanz mit der Band "Top Gun" im Festzelt. Am Sonntag, 10.30 Uhr,
trafen sich die Vereine am Gasthaus Stiller. Die Blaskapelle Pflugdorf führte
dem Festzug an, bei strahlendem Sonnenschein zogen die Vereine mit
Fahnenabordnungen durch das Dorf zur Pfarrkirche St. Urban. Den
Festgottesdienst hielt Pater Ruprecht aus St. Ottilien. Anschließend zogen die
Vereine ins Festzelt. Bürgermeister Erwin Kropf würdigte in seiner Ansprache
die Bedeutung der Vereine in einem Dorf, insbesondere für den jungen Menschen.
Am Nachmittag wurde den Festgästen Kaffee und Kuchen serviert. Gegen 19.00 Uhr
klang das Fest langsam aus.
|